BHKW Blockheizkraftwerke

Seit einigen Jahren vollzieht sich auf dem Energiemarkt ein Wandel. Beschleunigt wird dieser Wandel derzeit durch die Ereignisse um die Atomkraftwerke in Japan. Während noch vor kurzer Zeit in Deutschland durch die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken scheinbar die zentrale Stromversorgung für viele Jahre mit billiger Energie gesichert schien, diskutieren die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft derzeit, wie schnell der Ausstieg aus der Atomenergie nunmehr vollzogen werden könne.

Ebenfalls seit etlichen Jahren haben sich Energiekonzepte durch steuerliche Anreize in den Vordergrund gedrängt, welche auf die Umwandlung der Energie aus Wind, Biomasse im weitesten Sinne und Wasserkraft setzen. Während in den vergangenen Jahren überwiegend in industriellen Anlagen Blockheizkraftwerke zur Versorgung mit Fernwärme und Strom vorrangig in den Stadtwerken zum Einsatz kamen, verstärkt sich derzeit, unterstützt durch staatliche Förderung, die Verbreitung von BHKW der unterschiedlichsten Größenordnung.

Das Spektrum reicht hierbei von Mikro BHKW für Ein- und Mehrfamilienhäuser bis hin zu größeren Anlagen für Krankenhäuser und Pflegeheime. Als Energieträger dienen hierbei sogenannte fossile Brennstoffe wie zum Beispiel Erdgas, Biogas und Produkte aus Erdöl oder der Verwertung von Pflanzen.

Der Vorteil von BHKW gegenüber herkömmlichen Heizungen besteht darin, dass neben der Erzeugung von Wärme dezentral auch Strom erzeugt wird. Das Verhältnis zwischen Wärme- und Stromerzeugung entspricht grob gerechnet 2 : 1. Aus diesem Grunde ist es wichtig, die Dimensionierung der Anlage am sommerlichen Wärmebedarf zu orientieren. Nur wenn das BHKW sozusagen im Sommer “ seine erzeugte Wärme los wird“, sind hohe Jahres-Stundenlaufzeiten und damit ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage gewährleistet.

Während Stromüberschüsse in das öffentliche Netz eingespeist werden können, ist die Speicherung von Wärme durch wirtschaftliche Verfahren derzeit kaum möglich. Zwar kann Wärme in großen Wasserbehältern zwischengespeichert werden, wirtschaftlich ist das jedoch nur in einem eng begrenzten Rahmen.

Von Fachleuten aus der Haustechnik wird für Krankenhäuser und Pflegeheime unter anderem vorgeschlagen, überschüssige Wärme zur Kühlung von Gebäuden und Prozessen einzusetzen. Ob dieser Aufwand jedoch wirtschaftlich sinnvoll ist bleibt einer entsprechenden, jeweils auf das Gebäude und seinen Wärmebedarf abgestimmten Einzelfallprüfung und Planung vorbehalten.

Da Krankenhäuser und Pflegeheime oftmals über Notstromaggregate verfügen, ist bei einer notwendigen Ersatzinvestitionen in diese Geräte im Zusammenhang mit der Modernisierung einer Heizungsanlage der Einsatz von BHKW als so genannte Insellösungen zumindestens einer Prüfung zu unterziehen. Nach meiner Überzeugung ist ein BHKW zur Erzeugung von thermischer und elektrischer Grundlast für ein Gebäude sinnvoll.

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