Ein Wintermärchen

Es war einmal, so fangen die meisten Märchen an. Da wir gerade Weihnachtszeit haben möchte ich in dieser besinnlichen und ach so kalten Zeit der Energieverteuerung ein kleines Märchen zum Besten geben.
Es war einmal ein Land in welchem beschlossen wurde, dass das lebenswichtige Molekül CO² an seiner Entstehung nicht nur gehindert, sondern aus der Atmosphäre möglichst völlig verbannt werden müsste. Ausgerechnet kleine grüne Umwelt-Männchen und -Frauchen traten an, das zu forcieren. Viele andere große und kleine Umweltschützer ebenfalls. Endlich sollte diesem schmutzigen und auch und besonders von den Menschen erzeugten Molekül der Garaus gemacht werden. Dass das Molekül zur so genannten Fotosynthese und damit zum Pflanzenwachstum existenziell wichtig war, musste man zum Schutz der Umwelt erst einmal ausblenden. Schließlich gab es ja auch Industrien die Nahrung produzieren konnten, die völlig ohne diese grünen Mittel zum Leben auskamen. Unbelehrbare nannten das Gemüse und Obst und wollten einfach nicht darau verzichten. Andere, kluge Menschen in der Geld-und Energieindustrie und anderswo, tüftelten fleißig und siehe da, es wurden ganz tolle Lösungen gefunden.
Zunächst einmal sollten die belohnt werden, die das Molekül in ihren Arbeitsprozessen eliminieren konnten und jene sollten bestraft werden, die es überhaupt oder zu viel in die Atmosphäre bliesen, zum Beispiel alle ausatmenden Menschlein. Die einen mussten CO²- Zertifikate als Strafe bezahlen, andere kassierten dafür. Zum Beispiel jene, die den klugen Einfall hatten, das CO2 tief unter die Erde in Kavernen zu speichern und somit aus Prozessen der Energieerzeugung und dem Industrie- und Verkehrsumfeld dorthin zu verbannen. Denn schließlich enthielten ja ca. 1 Million Moleküle der Atmosphäre mindestens 38 Moleküle CO². Allein diese Zahlen machten damals deutlich, wie gefährlich dieses unsichtbare Molekül tatsächlich war.
Eines Tages kam ein Monteur für die Wartung und Überprüfung einer CO²-dreckschleudernden Gasbrennwerttherme des Weges. Er wurde gefragt, wozu denn in dem Brennraum dieser Dreckschleuder so ein kleiner Nippel stehe. Er antwortete, dass dieser Nippel darüber wache, dass das Brenngas genügend Bestandteile enthält, die ionisiert werden könnten. Ionen seien so kleine, negativ geladene Teilchen, solche wie im Strom, aber eben nicht so viele wie im großen, teureren Strom. Würde eine Mindestmenge davon im Brenngas vorhanden sein, dann könne die Dreckschleuder Brennwerttherme funktionieren. Seien zu wenige da, dann eben nicht. Dann bliebe die kleine Hütte eben genauso kalt wie draußen. Da fragte der neugierige kleine Hüttenbewohner, wann denn zu wenige Teilchen da wären. Nun, antwortete der Monteur, wenn durch die vielen schönen Fotovoltaikanlagen und die wunderschönen großen Windmühlen, mit denen die Menschen hofften, Energie zu erneuern, je nach Wind und Sonnenlicht eben viel zu wenig Strom produzierten. War zu wenig da, dann mussten Wasserkraft- und Gaskraftwerke ganz schnell welchen erzeugen. Und da nun mal die großen Gaskraftwerke viel viel mehr Gas als die kleinen vielen Brennwertdreckschleudern verbrauchten, konnte es angeblich dazu kommen, dass für die Letzteren eben nicht genug da gewesen sei.Aber dann muss ich wohl bald frieren, fragte verängstigt der kleine Hüttenbewohner. Nein nein, antwortete der Monteur. Das konnte man angeblich dadurch verhindern, dass man halt noch schnell etwas anderes in das Gas reinpumpt, denn das Gas bestand ja ohnehin aus vielen vielen unterschiedlichen Molekülen und da kamen eben dann welche hinzu, die genügend Atome hatten, die sich ionisieren ließen. Und dann meldete der kleine Nippel im Brennraum seiner Elektronik, dass diese die Brennwertdreckschleuder nicht abschalten brauche. Da fragte der überglückliche Hüttenbewohner den Monteur, ob das Gasgemisch denn seine kleine Hütte auch genauso warm machte und wo es so schnell herkomme, wenn es gebraucht wird. Das wisse er nicht so genau, sagte der Monteur, aber der Nikolaus habe vermutet, das käme vielleicht von den Kavernen….
Dann packte er flugs seinen Koffer, nahm sein Geld und fuhr mit seiner rollenden CO²-Dreckschleuder schnell davon.
Da saß er nun, der Hüttenbewohner und fragte sich mit dem Blick auf die Gasverbrauchsrechnung, warum er beim steten empfohlenen Runterregeln der Heizung trotzdem immer mehr an die Gaslieferanten zahlen muss und wie lange das noch reiche, seine kleine Hütte und alle Mitbewohner darin zu erwärmen.
Und er fragte sich zum wiederholten Male, warum der Zähler für das Gas Kubikmeter erfasste und auf der Rechnung der angebliche Energieinhalt des Gases in Kilowattstunden berechnet wurde und wie er es schaffen würde, diese Rechnung zu prüfen, wußte er doch nicht, ob der Energieinhalt auch immer der gleiche gewesen sei….
Und dann nahm der Hüttenbewohner noch eine Strickjacke aus dem Schrank, setzte sich vor den schönen großen und Wärme abstrahlenden Fernseher und ließ sich von den vielen vielen Märchen, die dieser abstrahlte bis in seine kleine zufriedene Seele hinein erwärmen.

Und wenn er nicht vor Kälte gestorben ist, dann lebt er noch heute und ist sicher sehr dankbar dafür, daß auf den vielen Konferenzen und anderswo, so viele kluge Leute darüber beraten, wie sie ihm noch mehr Geld aus der Börse ziehen und ihn für dumm verkaufen könnten.

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