Ende der Enthaltsamkeit

Es ist nunmehr mehrere Jahre her, daß ich keine Beiträge im Blog veröffentlicht habe. Damit ist nun Schluß. Nachdem ich über viele Jahre für ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen in der Altenpflege gearbeitet und seinen Nutzen mit gemehrt hatte, habe ich weitere Jahre für einen der am schnellsten gewachsenen Betreiber von Pflegeheimen gearbeitet. Meinem Entschluß, mich von jenem zu trennen kam dieser getrieben vom Drang zu Einsparungen mit entsprechender Kündigung zuvor. Gut so!

Nahtlos wurde ich von vormals zufriedenen Auftraggebern wieder in die Entwicklung, Begleitung und Gestaltung von Pflegeeinrichtungen eingebunden und konnte so meinen Betrag zum Gelingen neuerlicher Projekte leisten.

Mit wachsender Sorge betrachte ich seit Jahren die einseitige und zunehmend konzentrierte Form der Projektrealisierung von Pflegeeinrichtungen und die einhergehende Betriebs- und Personalsituation.  Aus Kostengründen werden bis an die Schmerzgrenze Projekte optimiert und die Bedingungen für die Betreiber, ihre Mitarbeiter und nicht zuletzt die der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen verschärft. Hier ist ein Umdenken hin zu, wie ich meine, geeigneteren Projekten notwendig.

Was bauen wir denn seit Jahren? Heime! Überspitzt dargestellt: Mittiger Gang, rechts und links vom Flur Zimmer, eingestreute Funktionsräume, ein bisschen Aufenthalt, meist nicht mal ausreichende Nebenräume, Ver- und Entsorgungsräume, Büros. Wenn es gut gedacht und gemacht ist, dann funktioniert es. Entspricht es aber auch dem in dieses Umfeld „verpflanzten“ Pflegebedürftigen? Kann mit dem wenigen Personal das Ganze überblickt, betreut, betrieben werden? Fühlt sich der Neubewohner schnell zuhause?

Vormals durch die Politik und im Gefolge durch die Verwaltungen fast zwanghaft erzeugte Konzepte zur Pflege und Betreuung werden durch eben diese Verursacher zunehmend ad absurdum geführt. Eingebettet in Normen, nehmen wir nur mal die DIN 18040, werden Gebäude, Menschen und Technik in ein starres Korsett gezwänkt. Darin noch Wettbewerb zwischen den Anbietern von Pflege zum Wohle der die Unterstützung Suchenden zu gewährleisten stellt sich zunehmend als Farce heraus. Starre Personalverordnungen tun ihr übriges. Die Entwicklung des „Pflegemarktes“ -welch entblößende Bezeichnung- driftet immer stärker in eine Art Industrialisierung der Pflege ab. Dazu paßt, daß teils schon vom Einsatz von Pflegerobotern gesprochen wird.

Ich denke, daß neue bauliche Konzepte benötigt werden; Besseres entsteht. Gesetzliche Bauvorgaben und behörliches Zutun und Einschränkungen lassen nicht zu, geeignetere Häuser zu errichten und verantwortlich zu nutzen. Hinzu kommt, daß Vorgaben und Erwartungen von Investoren ebenfalls starke Hemmnisse darstellen. Hier ist gute Beratung im Vorfeld und bei der Umsetzung gefragt.  Sind Sie bereit dazu? Ich war es.

 

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