Energie(einspar)berater

Jeder Planer in der Haustechnik ist gezwungen, bei der Berechnung von Wärmebedarf für Gebäude den für unsere Breiten jeweils anzunehmenden Zeitraum mit der niedrigsten Außentemperatur zugrunde zu legen. Sofern er von seinem Auftraggeber nicht davon freigestellt wird, wird aus Sicherheitsgründen ein entsprechender Zuschlag vorgenommen. Der Planer haftet ja für die von ihm errechneten Werte.

Nehmen wir an, ein Pflegeheim hätte einen maximal gleichzeitigen Wärmebedarf von 200 KW. Lediglich für einen Zeitraum von einigen wenigen Tagen würde dieser errechnete Wert für die gleichzeitige Beheizung und Warmwasserbereitstellung nicht ausreichen (was praktisch nicht geschieht, da zum Beispiel die Fernwärmeversorger trotzdem die benötigte Leistung einspeisen). Die Folge ist ein Aufschlag auf den berechneten Wärmebedarf von oft 20-30 %.

In unserem Rechenbeispiel hieße das, dass mindestens 240 KW zum Beispiel für eine Fernwärmeversorgung den Stadtwerken angegeben wird. Die größten Kostenfaktoren bei der Fernwärmeversorgung stellt neben dem Grundpreis auf der Basis der angenommenen Leistung, in unserem Falle 240 KW, zusätzlich der Arbeitspreis für die Kilowattstunde dar. Während der Verbrauch in einem gewissen Maße zu beeinflussen ist, so zahlt der Betreiber des Gebäudes stets mindestens 40 KW zu viel Grundpreis. Und das über mindestens zehn oder mehr Jahre.

Jetzt kommen die Energie(einspar)berater ins Spiel. Wohl wissend, dass Leistungs Parameter stets mit einer Sicherheitsreserve beantragt wurden gehen sie jetzt hin und schlagen den Betreibern vor, die angemeldeten Leistungswerte gegenüber den Stadtwerken zu reduzieren. Da die nunmehr angesetzten Werte nicht auf einer Planung sondern auf einer Empfehlung anhand bekannter Werte aus vorliegenden Jahresrechnungen beruhen, haften die Energieberater nicht für die auskömmliche Energieversorgung sondern partizipieren an den eingesparten Leistungen, die man mit etwas Mut und Voraussicht ohnehin für viele Jahre nicht gehabt hätte.

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