Wasser sparen

Nach meinen etwas altmodischen Vorstellungen heißt sparen, sich etwas für Notzeiten beiseite zu legen. Legen wir uns etwas Wasser für die Notzeit beiseite, so dürfte es dann kaum noch verwendbar sein. Scherz beiseite. Wenn wir uns angewöhnen, die uns auf dieser Erde zur Verfügung stehenden Ressourcen nur unter wirtschaftlichen bzw. notwendigen Aspekten zu verwenden, so würde das auch für das Wasser bedeuten, dass wir dieses nur in sinnvoller Weise verwenden.

Wasser sparen suggeriert, dass wir bei geringstmöglicher Verwendung den höchsten wirtschaftlichen Nutzen erzielen. Dem ist leider nicht so. So widersprüchlich es klingt, so ist doch notwendig, das Wasser fließen muss um hygienisch einwandfrei zu sein und auch seinen Dienst für die Beseitigung der menschlichen Ausscheidungen verrichten zu können.

In den letzten Jahren fällt verstärkt auf, dass aus den Kanaldeckeln der unterirdisch verlegten Abwassersysteme bedingt durch die mangelnde Fließgeschwindigkeit eingesparten Wassers die Fäulnissprozesse, welche eigentlich erst im Klärwerk einsetzen sollen, vonstatten gehen. Zusätzlich werden die Fäulnisprozesse angeregt, da zum Beispiel auch aus den Solarkollektoren überschüssiges Warmwasser in die Kanalisation läuft. Beste Bedingungen für Fäulnisprozesse.

Als weiterer negativer Aspekt kommt es häufig vor, dass Grundleitungen von Häusern oder Straßenzügen durch aufwändige Spülprozesse gereinigt werden müssen. Die Kosten dafür tragen wir alle als „Wassersparer“. Noch ein weiterer negativer Aspekt: Je weniger Wasser die Klärwerke zur Verfügung gestellt bekommen, umsomehr müssen aus anderen Quellen Wasserressourcen angezapft werden um zum Beispiel die hohen Konzentrationen eingeleiteter Spül-, Wasch- und Reinigungsmittel aus den Abwässern herausfiltern zu können.

Als weiterer Aspekt kommt hinzu, dass die ganzen schönen neuen Kläranlagen  auf deutlich höheren Verbrauch konzipiert worden sind. Eine Refinanzierung dieser Großanlagen wird jetzt nicht mehr mit vielen sondern nur noch vergleichsweise wenigen Kubikmeter Abwasser realisiert. Preiserhöhungen sind die Folge.

Auch die Wasserwerke haben für einen wirtschaftlichen Betrieb (denken wir nur allein an die Investitionen in die gesamte Infrastruktur) mit kalkulierten Werten, welche oft nicht mehr erreicht werden geplant. Es fällt offensichtlich kaum jemanden auf, dass wir für eine immer geringere Nutzung von Wasser immer mehr bezahlen müssen.

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