Wasserenthärtungsanlagen

Wasserenthärtungsanlagen werden eingesetzt, um die im Wasser vorhandenen lebenswichtigen Mineralien (Härtebildner) Calcium und Magnesium zu binden bzw. chemisch/elektrisch so umzugestalten, dass Ablagerungen und Schäden an der Trinkwasserinstallation wie Wärmetauschern, Warmwasserspeichern und dem Rohrleitungsnetz vermieden werden.

Ihre Dimensionierung richtet sich nach dem zu erwartenden Verbrauch und dem gewünschten Grad der Veränderung der Wasserhärte unter Berücksichtigung zu erwartender Gebrauchsgewohnheiten der Nutzer. Man kann von ca. 200 l Wasser je Bewohner und Tag ausgehen, wovon ca. 40 l davon erwärmt werden.  Diese Zahlen verdeutlichen, daß sich eine wirtschaftliche Dimensionierung von Enthärtungsanlagen sinnvollerweise nur am Warmwasserverbrauch orientieren und somit der Einbau nur vor dem Wärmetauscher /Warmwasserbereiter erfolgen sollte.

In einem Pflegeheim wurden zwei deutlich zu groß dimensionierte Enthärtungsanlage in die Kaltwasserzuleitung des Hauses installiert. Dies hatte zur Folge, dass die Austauschergefäße der Anlage nicht mehr ausreichend durchspült wurden und in dem teilweise stagnierendem Wasser ein Keimwachstum einsetzte. Die Selbstreinigung der Anlage war nicht gewährleistet, da selbst die  zyklischen automatischen Spülungen erfolglos blieben.  Zusätzlich zu den gesundheitlichen Gefahren für die Bewohner entstand dem Betreiber des Pflegeheimes ein wirtschaftlicher Schaden durch einen zu hohen Salzverbrauch der Anlagen. Eine der Anlagen wurde demontiert und die 2. regeneriert. Nach deren Installation durchgeführte Kontrollmessungen in unterschiedlichen Zeitabständen ergaben keinerlei erhöhte Keimbelastungen mehr.

Aber auch weitere Bereiche von Pflegeheimen müssen in die Gesamtbetrachtung eines wirtschaftlichen Anlagenbetriebes mit einbezogen werden. So zum Beispiel Geräte der zentralen Küche und Wäscherei, Pflegebadewannen und auch Fäkalspülen, wobei vorgenannte Installationen teilweise über eingebaute oder vorgelagerte gesonderte Enthärtungsanlagen zusätzlich verfügen.

So äußerten Lieferanten von Wäschereitechnik , dass Waschmaschinen lediglich auf der Warmwasserseite eine Enthärtung benötigen. Hier wäre es wünschenswert, 8 °dH zu erreichen. Auf der Kaltwasserseite der Maschinen sei es vorteilhaft, nicht enthärtetes Wasser zu verwenden. Das kalte Wasser wird für die Vor- und Nachspülung der Wäsche verwendet, die Tenside der Waschmittel ließen sich leichter durch nicht enthärtetes Wasser aus der Wäsche entfernen.

Kurz zusammengefasst:

  • Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz bedarf grundsätzlich keiner weiteren Aufbereitung für den menschlichen Verzehr
  • in Haus oder Garten verwendetes kaltes Wasser benötigt keine Enthärtung
  • über 60 °C erwärmtes Wasser sollte zum Schutz von technischen Anlagen vor Erwärmung auf mindestens mittlere Härte eingestellt werden
  • es werden drei Härtegrade unterschieden:
    • weich < 1,5 mmol/Liter Calciumcarbonat entspricht 8,4 °dH (Grad deutscher Härte)
    • mittel 1,5-2,5 mmol/Liter Calciumcarbonat entspricht 8,4-14 °dH
    • hart > 2,5 mmol/Liter Calciumcarbonat entspricht >14 °dH
  • Speicher für Warmwasser sollten alle zwei Jahre gespült werden (durch Temperaturerhöhung entstehen Ausflockungen)
  • Enthärtungsanlagen reduzieren den Wasserdruck
  • Rohrleitungen werden durch eine dünne Kalkschicht vor weiterer Korrosion bewahrt
  • dezentrale Wasserenthärtungsanlagen funktionieren über das Ionenaustauschverfahren und benötigen hierfür Salze
  • je nach Differenz zwischen eingeleitetem zum weicher eingestellten Wasser differiert der Salzverbrauch
  • wird nur das zu erwärmende Wasser enthärtet ist das wirtschaftlicher
  • die Gesundheitsrisiken enthärteten Wassers sind nicht unbedeutend
  • je weicher Wasser ist, um so höher die Gefahr einer Keimbelastung

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.